Gestörter Schlaf

Die unsichtbare Krankheit

Bis weit ins 20. Jahrhundert konnte man ausschließlich Schlafstörungen behandeln, die von den Betroffenen selbst bemerkt wurden – sei es durch nächtliches Wachliegen, überdurchschnittlich häufiges Erwachen und/oder erhöhte Tagesmüdigkeit. Erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts, seit der Geburtsstunde der modernen Schlafmedizin, die u.a. die Entdeckung der unterschiedlichen Schlafstadien sowie die Entwicklung der sog. Polysomnographie hervorbrachte, ist es möglich, auch Schlafstörungen mit atypischem Beschwerdebild zu enttarnen. Zu den verbreitetsten Schlafstörungen dieser Art zählt u.a. das Obstruktive Schlafapnoe Syndrom (OSAS). 1972 wurde es erstmals von Christian Guilleminault und seiner Arbeitsgruppe an der US-amerikanischen Stanford Universität definiert. – Und doch wird es, ähnlich wie das Restless Legs Syndrom (RLS), wegen der bisweilen unspezifischen Symptomatik noch immer allzu oft übersehen bzw. fehldiagnostiziert und -therapiert.

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88 unterschiedliche Schlafstörungen

Internationale Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD-3)

Die moderne Schlafmedizin unterscheidet zwischen 88 unterschiedlichen Formen der Schlafstörung, die wiederum in sechs Hauptkategorien gebündelt werden. Die zuletzt 2014 aktualisierte, sog. Internationale Klassifikation der Schlafstörungen („ICSD-3“ = International Classification of Sleep Disorders, 3. Fassung)[1], differenziert zwischen folgenden sechs Formen der Schlafstörung:
1. Insomnien (Ein- und Durchschlafstörungen)
2. Schlafbezogene

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Schlafstörungen im Zeichen des Geschlechts

Typisch Mann – typisch Frau?

Frauen sind „anders“ krank als Männer. Nicht zuletzt die Schlafmedizin liefert für diese zentrale These der Gender-Medizin reichlich Beweise: Frauen leiden bis zu 1,5 Mal häufiger unter einer Ein- und Durchschlafstörung (Insomnie). Im Gegenzug erkranken sie bis zur Lebensmitte signifikant seltener an einer Schlafapnoe. Weitere geschlechterpezifische Differenzen