Insomnie

Ursachen: Unermesslich großes Spektrum

Das Spektrum der eine primäre oder sekundäre Insomnie triggernden Faktoren ist unermesslich groß und von mannigfaltigen Wechelswirkungen durchsetzt: Stress, unregelmäßige Arbeitszeiten, Nachtarbeit, häufige Zeitzonenwechsel (Jetlags), eine unzureichende Schlafhygiene, Umweltfaktoren, verdrängte oder unbewältigte seelische Traumata sowie körperliche oder psychische Erkrankungen können eine Ein- und Durchschlafstörung auslösen. Grundsätzlich kann eine Insomnie jeden treffen: Frauen wie Männer, chronisch Kranke wie Gesunde, Babys wie Teenies, Mid-Ager/innen wie Senior/innen. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit jenseits des 40. Lebensjahres. Dass Frauen (24 Prozent) häufiger als Männer (13 Prozent) betroffen scheinen, wird in letzter Zeit zunehmend kritisch hinterfragt. Es verdichten sich Hinweise darauf, dass eine Insomnie bei Frauen leichtfertiger diagnostiziert wird, während Männer mit ähnlichen Symptomen zu weiterführenden Untersuchungen geschickt werden.

Dass sekundäre insomnische Beschwerden u.a. bei hormonellen Störungen wie einer Schilddrüsenüberfunktion oder psychologischen Problemen wie einer Depressionen zu den Kardinalsymptomen zählen, ist mittlerweile weithin bekannt. Seltener thematisiert wird, dass auch scheinbar Insomnie-„unverdächtige“ Erkrankungen wie ein zurückliegender Schlaganfall Schlafstörungen fördern können: 40 Prozent der Schlaganfall-Patient/innen entwickeln ca. drei Monate nach dem Ereignis eine Insomnie.

So wenig die meisten Betroffenen ihre Schlafstörung schätzen dürften, so sehr können Ärzt/innen die Ein- und Durchschlafprobleme als Seismographen für bisher unentdeckte Erkrankungen nutzen: Bevor die Diagnose „Primäre Insomnie“, d.h. nichtorganische Ein-und Durchschlafstörung gestellt wird, sollte daher eine sorgfältige Ausschlussdiagnostik eingeleitet werden, um bislang verborgenen „Störquellen“ im Körper frühzeitig aufzuspüren und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.


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