Insomnie

Im Land der Schlaflosen: Verbreitung und Symptome

Zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung der westlichen Industrieländer leiden unter einer sog. „Insomnie“, d.h. unter einer Ein- und/oder Durchschlafstörung. Die Insomnie verkörpert die mit Abstand häufigste Form der Schlafstörung (zum Vergleich: Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom: ca. 4-9 %, Restless Legs Syndrom: ca. 8 %). Lässt sich für die Insomnie keine organische oder psychiatrische Ursache ausmachen, spricht man von einer Primären bzw. Psychophysiologischen Insomnie. Ist sie als Folge einer organischen oder psychiatrischen Grunderkrankung zu bewerten, z.B. einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, einer von starken Schmerzen begleiteten Krebs- oder Rheuma-Erkrankung oder einer Angststörung spricht man von einer Sekundären Insomnie. Ursache und Wirkung sind gleichwohl nicht immer eindeutig auseinanderzudividieren: Z.B. entstehen Alkoholsucht und Insomnie oft parallel, um sich am Ende fatalerweise gegenseitig zu verstärken. Ein regelrechter Teufelskreis wird nicht zuletzt bei Schlafgestörten mit chronischen Schmerzen in Gang gesetzt: Schmerz stört den Schlaf – und wer schlecht schläft, dies untermauert manche Studie, entwickelt ein gesteigertes Schmerzempfinden, weshalb die Betroffenen noch schlechter schlafen usw..

Länger anhaltende Ein- und Durchschlafstörungen können die Lebensqualität massiv beeinträchtigen: Mangelndes Konzentrations-, Leistungs- und Erinnerungsvermögen, Gereiztheit und Erschöpfung, Depressivität und gesteigerte Ängstlichkeit diktieren das Tagesgeschehen vieler Insomniker/innen. Die anhaltende Tagesmüdigkeit kann ernstzunehmende berufliche oder private Krisen auslösen. Manch Betroffener reagiert auf das stete Überforderungsgefühl mit sozialem Rückzug. Außerdem steigt das Risiko eines unfallträchtigen Sekundenschlafs. Gelegentlich gerät das Immunsystem aus den Fugen: Rein statistisch betrachtet sind Insomniker/innen häufiger krank.


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