Schlafapnoe

Stumme Epidemie

Unter den 30- bis 60-jährigen westeuropäischen Männern verkörpert das Obstruktive Schlafapnoe Syndrom die zweithäufigste Form der Schlafstörung (nach der Insomnie). Nicht zuletzt wegen der hohen Dunkelziffer variieren die Zahlen zum Verbreitungsgrad sehr stark. Zumeist ist von etwa 4-7 Prozent bei den Männern und ca. 2-3 Prozent bei den Frauen die Rede. Die Tendenz steigt bei beiden Geschlechtern – u.a. weil unsere Gesellschaft zusehends korpulenter wird. Und zwischen Übergewicht und der Ausbildung eines OSAS besteht ein mehrfach belegter Zusammenhang.

Doch obwohl das Obstruktive Schlafapnoe Syndrom ungefähr so verbreitet ist wie Diabetes mellitus oder Asthma bronchiale, wird die Schlafapnoe oft noch später entdeckt: Denn nur 16 Prozent der männlichen und 22 Prozent der weiblichen Apnoiker sind sich des Kardinalsymptoms, einer erhöhten Tagesmüdig- bzw. schläfrigkeit überhaupt bewusst. Erhöhte Blutdruckwerte werden hingenommen, der eigentliche Auslöser nicht eruiert. Dabei gilt das OSAS als zweithäufigste Ursache bei ungeklärten Bluthochdruckerkrankungen. Im Umkehrschluss sinkt der Blutdruck bei erfolgreicher Behandlung der Schlafstörung bisweilen in den Normbereich.


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