Erhöhte Tagesmüdigkeit

Unfallrisiko Sekundenschlaf

Stillschweigend in Kauf nehmen sollte man vermehrte Tagesmüdigkeit und -schläfrigkeit schon deshalb nicht, weil sie gravierende Folgen haben kann. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob die Übermüdung bzw. Schläfrigkeit lebensstilgebunden ist oder aus einem unentdeckten organischen Leiden resultiert: Wer sich unausgeschlafen durch den Tag hangelt, erhöht sein Unfallrisiko um ein Vielfaches. Vor allem, wenn der sog. Sekundenschlaf eintritt, das heißt, die Betroffenen für ein paar Sekunden gegen ihren Willen einnicken.

Bemerkenswert verbreitet

Nach einer schwedischen Studie schlafen 7 Prozent aller Arbeitnehmer/innen mindestens einmal pro Monat ungewollt am Arbeitsplatz ein. In der Freizeit sogar 23 Prozent. Und ungefähr 10 bis 20 Prozent aller Straßenunfälle bzw. rund 30 bis 50 Prozent aller schweren LKW-Unfälle gehen auf das Konto kurzzeitig weggedöster Fahrer/innen. Auch einige der ganz großen Katastrophen – etwa 1979 die partielle Kernschmelze im US-amerikanischen Atomkraftwerk auf Three Mile Island bei Harrisburg, waren das Endprodukt eines vermeintlich banalen Sekundenschlafs. Unfreiwilliges Einschlafen korreliert übrigens mit dem zirkadianen Rhythmus: Die meisten Unfälle sind zwischen 2.00 und 5.00 Uhr morgens, sowie 15.00 und 16.00 Uhr nachmittags zu verzeichnen. Das plötzliche Tief nach dem Mittagessen (sog. „postprandiale Müdigkeit“) geht also nicht nur auf Völlerei zurück.


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