Warum wir schlafen

Bruder des Todes: Was ist Schlaf?

Im Durchschnitt verbringen Westeuropäer/innen rund 26 Jahre ihres Lebens schlafend. Aber weshalb eigentlich? Was überhaupt ist Schlaf? Lange Zeit galt Schlaf als todesähnlicher Zustand. Hypnos, der griechisch-antike Gott des Schlafes, galt als Bruder des Todesgottes Thanatos. Erst seit 1928/29, seit der Neurologe Hans Berger in Jena das Elektroenzephalogramm (EEG) zur Aufzeichnung von Hirnströmen entwickelte, gilt als wissenschaftlich belegt, dass wir allnächtlich keinesfalls in einen passiven, todgleichen Zustand sinken. Inzwischen wissen wir, dass einige Hirnareale im Schlaf sogar aktiver als im Wachzustand sind. Wenngleich die Wissenschaft das Phänomen „Schlaf“ bisher noch nicht hundertprozentig dechiffrieren konnte, hat sie dessen Schlüsselrolle – etwa für die Leistungsfähigkeit von Gedächtnis und Immunsystem – wiederholt bewiesen: So werden Wachstumshormone ausgeschüttet, die unabdingbar sind für das Zellwachstum und ein intaktes Immunsystem. Auch dass Inhalte, die wir am Tage neu aufgenommen haben, im Schlaf gefestigt werden („Konsolidierung“ nennt das die Wissenschaft), wurde dutzendfach per Studie bestätigt.


Überlebensfaktor Schlaf

Schlafentzug als Experiment

Als sich der 42-jährige Brite Tony Wright 2007 rühmte, 266 Stunden Schlafentzug unbeschadet überstanden und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt zu haben, sahen Schlafmediziner/innen das mit Skepsis. Die Spätfolgen derartiger Experimente sind kaum abzusehen. Weil die Frage, warum wir schlafen, wissenschaftlich bislang extrem schwer zu beantworten war und ist, konzentriert sich die Forschung schon seit Längerem auf die umgekehrte Fragestellung: Was passiert im Körper, wenn wir zu wenig schlafen?


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