Ungeliebter Schlaf

Schlafmangel als Folge der Industrialisierung?

Jährlich investieren wir horrende Summen für Fitness, Wellness und Anti-Aging-Produkte. Zugleich schlafen wir immer weniger. Unsere leistungsfixierte 24-Stunden-Gesellschaft verunglimpft den Schlaf, ignoriert Studien, die ihn als zentralen Gesundheits- und, wenn man so will – kostenlosen – Anti-Aging-Faktor enttarnen. Wer viel schläft, gilt als träge. Wer sein natürliches Schlafbedürfnis unterdrückt, als agil. Bereits die etymologische Herkunft des Wortes „Schlaf“ (slafen = schlapp, träge) spricht Bände. Zwar finden sich Lobeshymnen auf aktiven Schlafverzicht schon in der Antike, z.B. bei Platon. Doch erst im Zuge des permanent steigenden Leistungsdrucks seit der Industrialisierung hat sich die durchschnittliche Schlafdauer in Westeuropa um stattliche zwei Stunden verkürzt. Forscher/innen betrachten die Pandemie chronischer Schlafverkürzung mit Sorge: Wir können unseren natürlichen Biorhythmus nicht manipulieren. Um dauerhaft gesund zu bleiben, benötigen wir – je nach individuellem Schlafbedürfnis – täglich 6 bis 9 Stunden Schlaf.


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